
Unilever Food Solutions ist die B2B-Foodservice-Sparte von Unilever und beliefert professionelle Küchen mit Marken wie Knorr, Hellmann’s und Carte D’Or. Für den Schweizer Markt sollte eine Commerce-Plattform entstehen, die nicht nur Produkte verkauft, sondern die Realität im B2B-Geschäft abbildet: regionale Lieferanten, kundenspezifische Verfügbarkeiten, Produktdaten, Loyalty, Authentifizierung und eine Bestellstrecke, die für Küchenprofis im Arbeitsalltag funktioniert.
Especial migrierte den B2B-Shop von UFS auf Shopify Plus und entwickelte eine skalierbare Commerce-Plattform, die Shopify mit bestehenden PIM- und ERP-Systemen, externer Lieferantenlogik, Auth0 und individuellen B2B-Funktionen verbindet. Das Ergebnis ist ein schnellerer, besser nutzbarer und langfristig wartbarer Shop, der komplexe Enterprise-Commerce-Prozesse in eine deutlich einfachere Bestellerfahrung für Köche, Restaurants und professionelle Küchenteams übersetzt.
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Wir agierten als strategische Schnittstelle zwischen der globalen Ausrichtung von Unilever und den praktischen Anforderungen der lokalen DACH-Teams. In Workshops und Konzeptphasen halfen wir dabei, den Fokus von einer contentlastigen Website hin zu einer B2B-Commerce-Plattform zu verschieben, bei der Bestellung, Wiederbestellung, Produktsuche und Self-Service im Mittelpunkt stehen.
Wichtig war dabei die Frage, welche Funktionen im neuen Shop wirklich zentral sein sollten. Statt Rezeptcontent zur Hauptachse der Plattform zu machen, wurde der Shop auf kaufrelevante B2B-Funktionen ausgerichtet: schnelle Bestellung, wiederkehrende Einkäufe, Produktinformationen, Loyalty und lieferantenspezifische Bestellprozesse. Dadurch wurde die Plattform für professionelle Kunden relevanter und gleichzeitig für die UFS-Vertriebsteams besser nutzbar.
Auch das Stakeholder-Management war ein wesentlicher Teil des Projekts. Konzernstrukturen, marktbezogene Anforderungen, Veränderungen in der Führung und operative Abhängigkeiten mussten zusammengeführt werden, ohne das Projekt auszubremsen. Damit die Umsetzung nah an den späteren Nutzern blieb, gab es während der Entwicklung eine Super User Group aus dem Vertrieb. Diese Gruppe prüfte Designs, gab frühes Feedback und testete wichtige Flows bereits vor dem Launch.


Im Design ging es darum, eine überladene, contentlastige Nutzererfahrung durch ein klareres Commerce Interface zu ersetzen. Professionelle Küchen nutzen einen B2B-Shop anders als Endkunden einen Lifestyle-Shop. Sie wollen Produkte schnell finden, Verfügbarkeiten prüfen, Allergene oder Nährwerte nachschlagen und Bestellungen oft zwischen operativen Aufgaben erledigen.
Wir entwickelten ein individuelles Shopify Theme mit kompakter Informationsarchitektur, klarerer Navigation und Produktseiten, auf denen wichtige Informationen schneller erfassbar sind. Das Interface arbeitet mit klaren Kontrasten, gut lesbarer Typografie und mobilen Interaktionsmustern, die reale Nutzungssituationen unterstützen, etwa schnelle Produktsuchen oder Nachbestellungen direkt am Smartphone.
Das Ziel war nicht, den Shop dekorativer wirken zu lassen. Der Shop sollte verlässlich, hochwertig und praktisch sein, damit Küchenprofis mit möglichst wenig Ablenkung von der Produktsuche zur Bestellung kommen.


Die technische Grundlage basiert auf Shopify Plus und nativen Shopify B2B-Funktionen, erweitert durch individuelles Theme Development, Shopify Functions, Custom Apps und Integrationen in die bestehende UFS-Systemlandschaft. Shopify bildet den Commerce-Kern, während zusätzliche Services Authentifizierung, Produktdaten, Lieferantenlogik und projektspezifische Business Rules abbilden.
Auth0 stellt die Identity-Schicht für kontrollierten Zugriff auf kundenspezifische Inhalte, Preise und Funktionen bereit. Der Shop ist über GraphQL-basierte Integrationen mit internen PIM- und ERP-Systemen verbunden. Zusätzlich verbindet Middleware externe Handelspartner mit der Plattform und macht deren Verfügbarkeits- und Fulfillment-Informationen innerhalb des Kaufprozesses nutzbar.
Diese Architektur ermöglicht es UFS, ein lieferantenabhängiges B2B-Commerce-Modell abzubilden, ohne diese operative Komplexität an den Kunden weiterzugeben. Verfügbarkeiten, Lieferantenauswahl, Mindestbestellwerte, Warenkorb-Logik und Partner-Handoffs werden im Hintergrund verarbeitet, während der Storefront auf eine einfache und zuverlässige Bestellerfahrung ausgerichtet bleibt.


Die Produktdetailseite wurde zu einem der wichtigsten Elemente der neuen B2B Experience. Wir integrierten einen Sticky Call to Action und eine permanente Mobile Footer Bar, damit Mengenauswahl und Add-to-Cart Aktionen jederzeit einfach erreichbar bleiben, besonders auf mobilen Geräten.
Gleichzeitig rückten wir wichtige B2B-Produktdaten stärker in den Vordergrund. Allergene, Nährwerte, Zubereitungssymbole und Produktdetails sind für professionelle Küchen keine Zusatzinformationen, sondern kaufentscheidend. Sie beeinflussen Sicherheit, Planung und Bestellgenauigkeit. Durch die bessere Darstellung dieser Informationen können Nutzer schneller entscheiden und Fehler im hektischen Küchenalltag vermeiden.

Für UFS sind Wunschlisten mehr als ein klassisches Komfortfeature. Im B2B-Kontext unterstützen sie wiederkehrende Bestellungen, standardisierte Produktlisten und die Abstimmung innerhalb von Teams.
Wir entwickelten eine individuelle B2B-Wishlist-App, mit der Nutzer mehrere Produktsammlungen für schnellere Nachbestellungen anlegen können. Diese Listen können innerhalb eines Unternehmens oder Teams geteilt werden, sodass verschiedene Nutzer auf derselben Einkaufsstruktur arbeiten. Aus einem bekannten E-Commerce-Muster wird so ein praktisches Beschaffungstool für professionelle Küchen.

Eine der zentralen Herausforderungen war die Lieferantenlogik hinter dem UFS-Geschäftsmodell. Preise, Verfügbarkeiten und Fulfillment hängen nicht nur von UFS ab, sondern auch von regionalen Handelspartnern. Der Shop muss daher auf den Standort des Kunden und den gewählten Lieferanten reagieren können.
Wir entwickelten einen Warenkorb- und Checkout-Flow, der Multi-Supplier-Bestellungen unterstützt, regionale Mindestbestellwerte berechnet und durchsetzt sowie lieferantenspezifische Versandbedingungen berücksichtigt. Zusätzlich unterstützt das System den Daten-Handoff an Fulfillment-Partner wie Transgourmet. Für den Kunden entsteht ein einheitlicher Bestellprozess, während die Komplexität der Lieferantenstruktur im Hintergrund verarbeitet wird.

Das Loyalty-Programm wurde näher an die transaktionale Journey gebracht, damit es nicht als separater Vorteil irgendwo auf der Plattform versteckt ist, sondern Teil der tatsächlichen Bestellerfahrung wird.
Durch die Integration in den Commerce Flow erhalten Kunden einen klareren Grund, direkt über die Plattform zu bestellen. Für UFS entsteht dadurch ein stärkerer Mechanismus zur Kundenbindung. Gleichzeitig reduziert sich die reine Vergleichbarkeit über den Produktpreis, weil der Wert der Bestellung nicht mehr nur vom Preis des einzelnen Produkts abhängt.

Auth0 bildet die sichere Authentifizierungsschicht, die für ein Enterprise-Setup mit kundenspezifischem Zugriff, Preisen und Inhalten erforderlich ist. Diese Identity-Lösung musste zuverlässig mit Shopify Plus, dem B2B-Storefront und der weiteren UFS-Systemlandschaft zusammenspielen.
Gleichzeitig musste die Plattform trotz zahlreicher Integrationen und Business Rules schnell bleiben. Wir kombinierten Third-Party-Services, Custom-App-Logik und Frontend-Optimierung so, dass ein sicherer, stabiler und deutlich schnellerer Shop entstand.

Der schwierigste Teil des Projekts war nicht, Produkte in Shopify darzustellen. Die eigentliche Komplexität lag in der Middleman-Logik des UFS-Modells, bei dem regionale Lieferanten Einfluss auf Verfügbarkeit, Bestellregeln und Fulfillment haben.
Wir bauten die Shop Experience so auf, dass sie sich an den gewählten Lieferanten und den Standort des Nutzers anpassen kann. Das beeinflusst, welche Produkte kaufbar sind, welche Bedingungen gelten und wie die Bestellung durch die angeschlossenen Systeme weitergegeben wird. Der Kunde sieht einen einfachen Bestellprozess, während Shopify, Middleware und Integrationen die Logik im Hintergrund zuverlässig abbilden.

Mehr als 60% des Traffics kam von mobilen Geräten, weshalb mobile Performance und Usability von Anfang an eine zentrale Rolle spielten. Für Küchenprofis muss mobile Bestellung schnell, klar und belastbar funktionieren, oft in Situationen, in denen keine Zeit für komplexe Navigation oder langsame Seiten bleibt.
Wir optimierten das Interface für schnelle Produktsuchen, Wiederbestellungen und praktische, daumenfreundliche Interaktionen. Das Ergebnis ist eine mobile Experience, die echte B2B-Nutzung unterstützt und nicht nur eine kleinere Version des Desktop-Shops ist.

Die neue UFS-Plattform entwickelte den Shop von einem klassischen Produktkatalog zu einem skalierbaren B2B-Commerce-System weiter. Shopify Plus bildet heute die Commerce-Grundlage, während Custom Apps, Auth0, PIM- und ERP-Integrationen, Lieferantenlogik und Loyalty-Funktionen die spezifischen Anforderungen im Enterprise Foodservice Commerce abbilden.
Der Effekt wurde nach dem Launch deutlich sichtbar. Im Vergleich zum Vorjahr erzielte die neue Plattform 41% mehr Umsatz, 15% mehr B2B-Bestellungen und einen 4% höheren durchschnittlichen Warenkorbwert. Diese Entwicklung entstand nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel aus besserer Usability, höherer Performance, klarerer Produktsuche, stärkeren B2B-Funktionen und einer technischen Architektur, die zur operativen Realität des Geschäfts passt.
Gleichzeitig entstand eine Grundlage für weitere Rollouts und kontinuierliche Optimierung in der DACH-Region. Das Projekt löste nicht nur den ersten Launch, sondern gab UFS ein flexibles Commerce Setup, das zukünftige Märkte, Sortimente, Lieferantenmodelle und Business-Anforderungen besser unterstützen kann.
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Wir kombinieren Strategie, Design und Technologie, um leistungsstarke digitale Lösungen zu entwickeln, die messbare, nachhaltige Wirkung erzielen.




